Tierschutzpartei

Für welche Partei ist Tierethik überhaupt ein Thema? Wenn ich mir dazu die Parteiprogramme ansehe, so finde ich nur eine  Partei, die sich dieses Themas ernsthaft annimmt: die Tierschutzpartei.

Bereits in der Präambel des Grundsatzprogramms dieser Partei heißt es:
Mensch, Tier und Natur sind eine untrennbare Einheit. Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge.

Das ist  eine Erkenntnis, auf der auch Tierethik beruht. Sie ist nicht neu, aber als grundsätzliche Aussage in einem Parteiprogramm wohl einmalig.

Ganz in diesem Sinne lautet der erste Programmpunkt der Tierschutzpartei:
Die Rechte der Tiere. Hierbei geht es um die Anerkennung des Tieres als empfindungsfähiges Mitgeschöpf, das viele Eigenschaften mit dem Menschen gemeinsam hat: die Fähigkeit zu Freude und Trauer, zu Liebe, Schmerz und Todesangst.

Demzufolge fordert die Tierschutzpartei, dass Tiere um ihrer selbst willen zu achten, zu schützen und vor Leiden zu bewahren seien. Entsprechend ihrem Schmerzempfinden und ihren Gefühlen sind ihnen arteigene Rechte einzuräumen.

Solche Programmaussagen sind schon fast eine ideale Einführung tierethischer Grundsätze in die Politik. Leider ist das derzeit mehr Vision als Realität, denn die Tierschutzpartei ist (noch) nicht im Deutschen Bundestag und in den Landesparlamenten vertreten. Doch an ihren Wahlergebnissen lässt sich ablesen, welchen Stellenwert Tierethik in unserer Gesellschaft hat. Aus tierethischer Sicht wären Erfolge der Tierschutzpartei ermutigend.

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Veganismus und Tierethik

Veganismus bedeutet, über Tierethik nicht nur zu theoretisieren, sondern sie konsequent in die Praxis umzusetzen. Deshalb wird bei der veganen Lebensweise auf alle tierischen Produkte verzichtet. Wer nicht abwarten will, bis irgendwann bessere Tierschutzgesetze kommen, kann sofort etwas für den Tierschutz tun, nämlich indem er sich entschließt, vegan zu leben.

Veganer müssen keine Asketen oder Kostverächter sein. Im Gegenteil, sie können, auch was ihre Ernährung angeht, das Leben genießen, und zwar mit gutem Gewissen, denn sie sind durch ihre Lebensweise nicht für Leid und Tod von Tieren veranwortlich.

Inzwischen gibt es ein reichhaltiges und sich immer mehr erweiterndes Angebot an veganen Produkten, wodurch sich der veganen Küche vielfältige Möglichkeiten eröffnen. Hierzu sind im Internet  viele Rezepte zu finden. Darüber hinaus gibt es im Web auch besondere Rezepte für beispielsweise > veganes Backen und > vegane Salate.

Wie wohlschmeckend und lecker veganes Essen sein kann, weiß ich als Veganer aus eigener langjähriger Erfahrung. Wer noch Zweifel hat, sollte einfach mal kosten, weil Probieren geht ja, so sagt eine alte Volksweisheit, über Studieren.

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Tierversuche und Tierethik

Tierversuche  – Forschung ohne Ethik , so lautete eine der Plakatüberschriften, die ich auf einer Demo der Tierversuchsgegner gelesen habe. Damit wurde eindeutig klargestellt, dass Tierversuche mit Tierethik unvereinbar sind. Andererseits behaupten diejenigen, die Tierversuche durchführen bzw. von ihnen wirtschaftlich profitieren, dass Tierversuche der Gesundheit der Menschen dienen, ja dass diese sogar dazu unbedingt erforderlich sein würden. Derartigen Behauptungen wird jedoch von vielen Tierschützern ganz entschieden widersprochen.

Nur mal angenommen, Tierversuche wären tatsächlich in dem einen oder anderen Fall im Interesse der menschlichen Gesundheit, dann ergäbe sich z. B. für Tierrechtler ein kaum lösbares ethisches Problem, nämlich Menschenrechte gegen Tierrechte. Ich wüsste dann, ehrlich gesagt, keine wirklich befriedigende Lösung.

Dieser ethische Konflikt stellt sich jedoch in vielen Fällen nicht, denn z. B. dort, wo es sich um Rüstung oder Kosmetik handelt, können ernsthaft keine Rechtfertigungsargumente für Tierversuche vorgebracht werden. Wie steht es aber mit Operationen, die vorher an Tieren erprobt wurden? Obwohl engagierter Tierrechtler, bin ich mir nicht ganz sicher, dass ich  im Notfall solche Operation ablehnen würde. Das muss aber gegebenenfalls selbstverständlich jeder für sich selbst entscheiden.

Wie dem auch sei, fest steht, dass viele Tierversuche, wahrscheinlich sogar die meisten, wirtschaftlichen Interessen oder Forscherkarrieren dienen. Derartige  Motive für Tierversuche werden natürlich verschleiert, denn mit Ethik hat das nichts zu tun. Schon deshalb kann ich  Tierschützern nicht widersprechen, die solche Tierexperimente als Verbrechen an Wehrlosen anprangern.

Schon vor mehr als 150 Jahren wies Arthur Schopenhauer auf das “Schreckliche” der Tierversuche hin und beschrieb dabei überaus eindrucksvoll “was für eine grausame und entsetzliche Sache” sie seien. So äußerte er sich voller Empörung: Heut zu Tage hingegen hält jeder Medikaster sich befugt, in seinen Marterkammern die grausamste Tierquälerei zu treiben, um Probleme zu entscheiden, deren Lösung längst in den Büchern steht … In diesem Zusammenhang klagte Schopenhauer einen namentlich genannten Tierexperimentator an, der es für nötig hielt, “arme, hilflose Tiere zu Tode zu martern”.

Haben sich die Verhältnisse, was Tierversuche betrifft, seit Schopenhauers Zeit wirklich entscheidend verändert? Kaum! Schopenhauer ist leider auch in dieser Hinsicht nach wie vor aktuell geblieben, und zwar trotz Tierschutzgesetz und Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel ins Grundgesetz. So hat sich zum Beispiel in der Hauptstadt der Tierversuche, Berlin, während der letzten Jahre die Zahl der Tierversuche weiter erhöht – ein trauriger Rekord, der beweist, dass der Kampf gegen Tierversuche notwendiger denn je ist.

Während ich das hier schreibe, fällt mein Blick auf das Bild oben im Kopfteil dieses Blogs. Wenn ich den Schimpansen dort  intensiver betrachte und daran denke, wie viele seiner Artgenossen Opfer qualvollster Experimente wurden, dann gibt es für mich nur eine Reaktion: NEIN zu Tierversuchen !

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