Tierschutzrecht der EU – aufgeweicht!

Der Tierschutz ist für die EU, wenn überhaupt, nur ein nebensächliches Thema. Dementsprechend ist das Tierschutzrecht der EU immer noch äußerst mangelhaft. Doch statt den Tierschutz endlich wirksam zu verbessern, droht nun Verschlechterung, wie einem Bericht in  der „Berliner Zeitung” (20.10.2011) zu entnehmen ist. Dieser Artikel  beginnt mit einer durchaus zutreffenden Feststellung:

Das Huhn hat im Allgemeinen kein schönes Leben. Egal, ob Legehenne oder Masthähnchen, seine Existenz dient einzig der Produktion von Eiern und Brathendln. Doch besonders jämmerlich ist sein Dasein in einer Legebatterie.

Um hierbei wenigstens etwas Erleichterung zu bringen, beschloss 1999 die EU eine „Richtlinie zur Festlegung von Mindestanforderungen zum Schutz der Legehennen”. Nach dieser „Richtlinie” müssen alle EU-Staaten die konventionelle (und daher besonders tierquälerische) Legehennenhaltung bis zum  1. Januar 2012 aufgeben. Auch dürfen Eier von Legehennen aus konventioneller Käfighaltung selbst dort, wo sie produziert wurden, nicht vermarktet werden, und zwar vor allem nicht in verarbeiteten  Lebensmitteln. Nun stellte es sich jedoch heraus, dass die „Richtlinie” von vielen EU-Staaten bisher nicht oder nur mangelhaft umgesetzt wurde.

Anstatt das geltende Recht konsequent durchzusetzen, hat nun der zuständige EU-Kommissar laut obigem Zeitungsartikel angekündigt, eine Verarbeitung von Eiern aus Legebatterien  auch nach dem 1. Januar 2012 zuzulassen. „Er will damit den Bauern entgegenkommen, die das bevorstehende Verbot nicht einhalten werden.”

So soll der Drohung mit dem Rechtsbruch nachgegeben werden. Protest der Tierschützer ist notwendig, aber dieser allein reicht nicht. Es kommt dabei auf jeden Verbraucher an, denn er trägt durch seine Nachfrage zur Massentierhaltung bei und ist somit für die Fortdauer dieser Tierquälereien mitverantwortlich.

Die konsequenteste Antwort auf  die Massentierhaltung und andere schlimme Formen von Tierausbeutung ist der Veganismus, also der Verzicht auf Tierprodukte. Die vegane Lebensweise ist in der heutigen Zeit oft leichter, als viele annehmen. Man muss hierbei nicht auf Lebensgenuss, auf schmackhaftes Essen verzichten. So gibt es dazu zahlreiche bewährte Rezepte wie beispielsweise auf den Webseiten von >  vegan – backen und  >  Vegane Salate . Ich kann aus eigener Erfahrung berichten: Sehr lecker! Oft ist es schwer mit dem Essen aufzuhören – eben, weil dieses vegane Gebäck oder die Salate so schmackhaft sind. Übrigens, man kann dabei ohne schlechtes Gewissen genießen, denn man erkauft seinen Genuss nicht mit der Qual von Tieren.

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Tierrechte für " Supertiere "?

Tierrechte scheinen nun auch beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein Thema zu sein. Jedenfalls hatte ich diesen Eindruck, als ich den Hinweis auf eine ZDF-Sendung las, die unter dem Titel „Supertiere. Teil 2: Die Cleveren“ am 7. November 2010 und als Wiederholung am 18. Oktober 2011 ausgestrahlt wurde. Dort („tv-Hören und Sehen“ Nr. 41/2011und ZDF-Text-Tafel) heißt es:

„Können Tiere denken? Lange Zeit hielt man den Menschen für die einzige Spezies, die in der Lage ist, logische Problemlösungen für bestimmte Aufgaben zu finden. Doch mittlerweile belehren uns Affen, Delfine, Krähen, Papageien und Kraken eines Besseren.

Was Verhaltensforscher unseren tierischen Verwandten an Intelligenzleistungen entlocken, verblüfft. Affen benutzen Werkzeuge, kommunizieren mithilfe von Zeichensprache und sind sogar in der Lage, an Dinge zu denken, die in der Zukunft liegen. Und sie erkennen sich selbst im Spiegel. Ein Indiz für das, was wir ´ Selbstbewusstsein `  nennen.“

Nach diesen Feststellungen kommt der Autor der oben genannten Sendung, Dirk Steffens, zu dem durchaus nahe liegenden Schluss: Wenn uns manche Wesen ähnlicher sind, als wir dachten, sollten wir ihnen dann nicht auch menschenähnliche Rechte einräumen? Doch, so möchte ich dazu fragen: Warum Tierrechte nur für „Supertiere“, für „Clevere“? Menschenrechte gelten ja auch nicht nur für clevere „Supermenschen“.  Wie dem auch sei, ich begrüße es sehr, wenn das Thema Tierrechte einer größeren Öffentlichkeit kompetent nahe gebracht wird, denn Tierrechte sind leider immer noch für die meisten Menschen nur ein Fremdwort.

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