Tierschutzpartei : Saarland – Landtagswahl 2012

Bei der Landtagswahl im Saarland war die Tierschutzpartei 2012 leider nicht dabei. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Landesvorsitzende der Tierschutzpartei im Saarland zugleich Bundesvorsitzender dieser Partei ist. Sicherlich ist dessen Arbeitsbelastung durch beide Parteifunktionen erheblich, aber dennoch darf dabei die Tierschutzpartei auch im Saarland keinesfalls zurückstehen, denn von den Erfolgen auf Landesebene hängt der Gesamterfolg der Partei ab.

Besonders auffallend ist das gute Wahlergebnis für die Piratenpartei. Diese erreichte 7,4% und kommt damit – wie vorher in Berlin – nunmehr auch im Saarland ins Landesparlament. Den Piraten ist es offenbar gelungen, eine erhebliche Zahl von Protestwählern für sich zu gewinnen. Die Tierschutzpartei dürfte somit wenig Chancen haben, sich  neben den Grünen und Piraten als dritte Protestpartei zu etablieren.

Trotzdem sollten sich die Mitglieder und  bisherigen Wähler der Tierschutzpartei dadurch nicht entmutigen lassen!  Vor allem aber die Parteiführung muss sich nun die Konsequenzen überlegen. Da sie kaum noch mit bloßen Protestwählern rechnen kann, liegen ihre Chancen nur auf dem Gebiet, wo sie im Vergleich zu den konkurrierenden Parteien die weitaus größte Kompetenz und das überzeugendste Programm hat, nämlich den Tierschutz. So muss der Tierschutz eindeutig im Vordergrund aller Arbeit dieser Partei stehen und das dem Wähler immer wieder klar vermittelt werden.

Alle Wähler, denen die Tiere am Herzen liegen, müssen wissen: Nicht Grüne und Piraten, sondern nur die Tierschutzpartei setzt sich  konsequent für Tiere ein. Dementsprechend sollte die Tierschutzpartei vor allem den Tierschutz und weniger andere Ziele in den Vordergrund stellen, für welche die Wähler ohnehin nicht die Tierschutzpartei, sondern andere Parteien wählen. Also: Nur durch Konzentration auf den Tierschutz sehe ich weiterhin für die Tierschutzpartei eine positive Zukunft, und zwar auch im Saarland!
b

Weiteres zur Tierschutzpartei > hier

Themenübersicht zum Tierethik – Blog > hier

Zum Thema Tierrechte > hier

Advertisements

Affenversuche – ein Verbrechen !

Menschenversuche, sofern sie nicht auf  völliger Freiwilligkeit beruhen, sind zu Recht weithin geächtet. Ganz im Gegensatz dazu sind Affenversuche auch in Deutschland immer noch nicht völlig abgeschafft. So teilt die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche auf ihrer > Website (Stand 07.03.12) mit:

„Entgegen dem vor der Landtagswahl im März 2011 gesetzten Ziel der grünen Regierungspartei ist nun doch kein Ende der qualvollen Affenhirnforschung in Baden-Württemberg in Sicht. An drei Instituten in Tübingen werden Rhesusaffen in der Hirnforschung gequält. Sie werden durch Durst gezwungen, jeden Tag stundenlang mit angeschraubtem Kopf Aufgaben am Bildschirm zu erfüllen. Über ein Bohrloch im Schädel werden Elektroden in das Gehirn eingeführt. Die Qual der Tiere kann Jahre dauern. Der Nutzen für kranke Menschen ist gleich Null

Worin, so frage ich mich in diesem Zusammenhang, besteht eigentlich der Unterschied zwischen Menschen und seinen nächsten Verwandten, den Affen?  Dazu las ich in der Vorschau zur Arte-Sendung (09.03.12) „Tierisch intelligent – Der Affe“:

„Heute weiß man, dass der genetische Abstand zwischen Mensch und Schimpanse weitaus geringer ist als angenommen … Wissenschaftliche Beobachtungen von Menschenaffen in den vergangenen 30 Jahren haben mittlerweile eindeutig gezeigt, dass Affen über hohe Intelligenz und beeindruckende Fähigkeiten verfügen … Auch wenn diese Überzeugung lange vorgeherrscht hat: Nicht nur der Mensch ist zu intelligenten, kulturellen und technologischen Leistungen fähig. Heute steht außer Zweifel, dass sich Affe und Mensch sehr nahe sind.“

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sind für mich nicht neu, denn ich kenne – abgesehen von Äußerlichkeiten – überhaupt kein wesentliches, Merkmal, das ausnahmslos jeder Mensch, aber niemals ein Affe hat:  Die Sprache kann es nicht sein, denn es gibt auch stumme, sprachlose Menschen. Auch die Intelligenz und die Fähigkeit zum logischen Denken können es nicht sein, weil es leider auch Menschen gibt, die in dieser Hinsicht hochentwickelten Tieren unterlegen sind, was selbstverständlich nicht dazu führen darf, ihnen deshalb die Menschenrechte abzuerkennen. 

Übrigens, wenn Wissenschaftler behaupten, sie müssten Affen, Schweine und andere hochentwickelte Tiere für ihre Versuche nehmen, weil diese dem Menschen physiologisch derart gleichen würden, dass die Versuchsergebnisse auf Menschen übertragbar seien, dann ist das eher ein Argument gegen Tierversuche. Gerade die oben vorausgesetzte Gleichheit mit den Menschen müsste logischerweise solche Versuche, die mit Menschen nicht zulässig sind, auch mit Tieren verbieten. 

Also: Womit kann der Unterschied zwischen Mensch und Affe und damit die Tatsache begründet werden, dass gemäß unserer Rechtsordnung dem Menschen alle Rechte zustehen, der Affe aber völlig rechtlos ist und dementsprechend zu qualvollen Tierversuchen gebraucht wird?

Sehr aufschlussreich finde ich die Antwort die der Berliner Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz, promovierter Biologe und Leiter der Berliner katholischen Komturei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, in einem Gespräch mit der FAZ
(> online / Stand: 07.03.12) gegeben hatte. Zur Frage „Mögen Sie lieber Tiere oder Menschen?“ äußerte er:
„ Die Liebe zum Menschen ist eine andere als die Liebe zum Tier. Soll ich philosophisch werden? Wir wissen aus der Heiligen Schrift, dass es einen Unterschied zwischen Menschen und Tieren gibt. Als gläubiger Mensch würde ich sagen, der ist gottgewollt.“

Hiernach ist der Unterschied zwischen Mensch und Affe letztlich nicht auf Wissen, sondern auf Glauben gegründet. Auch das ist ein weiteres Beispiel dafür, welche verhängnisvolle Bedeutung Religion für die Tiere haben kann. Da mir dieser Bibelglaube des Zoodirektors fehlt, vermag ich auch nicht diesen angeblichen Unterschied zwischen Mensch und Affe zu erkennen.

Obige Feststellungen sind keineswegs nur theoretisch, sondern aus ihnen ergibt sich als praktische Konsequenz, was  die „Vereinigung der Ärzte gegen Tierversuche“ auf ihrer Website fordert: „Stoppt die Affenqual !“ Mehr noch, so muss ich ergänzen: Stoppt alle Tierversuche, und zwar so schnell und so allumfassend wie möglich !
hb

Themenübersicht zum Tierethik – Blog > hier

Zum Thema Tierrechte > hier

Christentum , Buddhismus und die Tiere

Hühnerbaron. Im Auftrag des Herrn. Unter dieser Überschrift wurde einer der größten Geflügelzüchter Deutschlands, Chef von  “Wiesenhof”, in der “Berliner Zeitung” (31.08.2011) vorgestellt. Hierzu wurde auf einen kritischen ARD-Beitrag mit dem Untertitel “Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet” verwiesen.

Es ist klar, dass sich der Firmenchef gegen solchen “rufschädigenden” Titel zur Wehr setzte. Aufschlussreich  ist dabei seine Behauptung, dass er als gläubiger Christ der Bibel folge, und dort stehe ja, dass der Mensch sich die Erde untertan machen und über die Tiere herrschen solle. Der Zeitungskommentar wies hierzu darauf hin, dass die Wiesenhofgruppe 2010 einen Gesamtumsatz von fast zwei Milliarden (!) Euro erwirtschaftet und somit der Massentierhalter seinen “göttlichen Auftrag” erfüllt habe.

Nicht nur Christen fragen sich: Werden Massentierhaltung und andere Formen von ökonomischer Tierquälerei tatsächlich durch die Bibel legitimiert? Schon vor mehr als 150 Jahren  meinte > Arthur Schopenhauer , dass die Rechtlosigkeit der Tiere im Alten Testament ihren Ursprung habe. Sie sei eine Folge der biblischen Schöpfungsgeschichte, “nach welcher der Schöpfer, Kap. 1 und 9 der Genesis,  sämtliche Tiere, ganz wie Sachen … dem Menschen übergibt, damit er über sie  herrsche, also mit ihnen tue was ihm beliebt”).

Besonders am Christentum orientierte Tierschützer versuchen mitunter durch abwegige, ja absurde Interpretationen des Alten Testaments oder durch Hinweis auf das Neue Testament die Bibel zu verteidigen und so auch für jene Menschen annehmbar zu machen, die ein Herz für Tiere haben. Was das neue Testament angeht, so hat Holger Schleip in der von ihm herausgegeben Beitragssammlung ”Zurück zur Natur-Religion? Wege zur Erfurcht vor allem Leben” (S. 20 f.) eine interessante Frage beantwortet, nämlich: “Gibt es Hinweise, dass Jesus sich auch der Leiden der Tiere annahm?”.

Die Antwort, die Holger Schleip dazu im Neuen Testament fand:
“In den Evangelien finden sich Berichte nur über eine Heilung, in der Tiere eine wesentliche Rolle spielen (Matthäus8 , Markus 5, Lukas8). Es handelt sich dabei um eine Herde offenbar gesunder Schweine, die zufällig in der Nähe weideten, als Jesus sich zur Heilung eines besessenen Menschen entschloss. Auf Bitten der `bösen Geister` trieb er diese nicht einfach aus dem Menschen aus , sondern er ließ sie in die Schweine fahren, die sich daraufhin ins Meer stürzten und ertranken – zweitausend Schweine, wie Markus sachlich erläutert … Eine zeitentsprechende Parallele zu Tierversuchen der heutigen Medizin?”

In völligem Gegensatz zu dieser im Grunde tierverachtenden Einstellung der Bibel steht der > Buddhismus und der ihm verwandte > Jainismus . Das geht jedenfalls aus diesem Buch hervor, und zwar aus dem Beitrag von Herbert Becker ” Buddhismus und Jainismus . Die Religionen der Ahimsa”: Das Sanskritwort Ahimsa werde, wie der Beitrag erläutert, oft mit Gewaltlosigkeit übersetzt. Jedoch sei Ahimsa weit mehr als nur  Verzicht  auf Gewalt. Vielmehr bedeute es “eine positive, ja liebevolle Gesinnung allem Leben gegenüber”. So hätten  Buddhismus und Jainismus “seit Jahrtausenden in Wort und Tat oft bewiesen, wie sehr sie sich für die Achtung und den Schutz allen Lebens einsetzen”. Als ein Beispiel von vielen erwähnt Herbert Becker in seinem Beitrag einen heiligen Mann, der im 3. vorchristlichen Jahrhundert in Ceylon (Sri Lanka) lebte, also zu einer Zeit, als auf dieser Insel der Buddhismus zu einer einflussreichen Religion wurde. Ganz im Sinne des Buddhismus, ja auch des Jainismus, wandte sich dieser Heilige an den dortigen König Devanampiya Tissa mit den Worten:

O großer König, die Vögel der Lüfte und das Getier der Erde haben ebenso wie du ihr Recht auf die Insel. Sie sind nicht dein Eigentum, aber als König hast du die Aufgabe, Tier und Mensch zu schützen.

Schlage ich nun die Bibel (1. Mose 9, 2 f.) auf, dann lese ich:

Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise.

Wenn ich derartige Bibelsprüche lese, dann überkommt mich ein  Schrecken. Doch der Gedanke, dass es Religionen gibt wie den Buddhismus und Jainismus , die alles Leben und somit auch das der Tiere achten und schützen, ist für mich eine Ermutigung.
b

Themenübersicht zum Tierethik – Blog > hier

Zum Thema Tierrechte > hier

Bio und Tierschutz

Viele Leute meinen, Bio hätte etwas mit Ethik zu tun. Diese Meinung mag berechtigt sein, wenn man an Gesundheit und Umweltschutz denkt. Geht es jedoch um Tierschutz oder Tierethik, dann zeigt sich ein ganz anderes Bild. So schrieb Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführender Vorstand der Albert Schweitzer Stiftung, in dem von der Stiftung herausgegebenen Info-Heft „Selbst wenn Sie Fleisch mögen …“ über Schlachtungen und Massentierhaltung:

„Ich habe gedacht, Bio sei die Lösung. Aber dann sah ich Biohennen ohne Federn. Dann erfuhr ich, dass auch in der Biohaltung die Brüder der Legehennen direkt nach dem Schlüpfen geschreddert oder vergast werden. Dass auch Biokühe künstlich geschwängert werden, damit sie Milch geben. Dass auch ihnen die Kälber entrissen werden. Dass auch Biokühe und Biohennen geschlachtet werden, sobald sie nicht mehr die gewünschte Leistung bringen. Dass es keinen Unterschied gibt zwischen konventioneller Schlachtung und der Schlachtung für Produkte mit staatlichem Biosiegel. Nach einem Vierteljahrhundert habe ich langsam aufgehört, für all das mitverantwortlich zu sein. Es in Auftrag zu geben. Es zu finanzieren.”

Wer für diesen Horror nicht mitverantwortlich sein will, für den kann es nur eine überzeugende Konsequenz geben: Vegan leben, denn Bio allein ändert kaum etwas am Leid der Tiere.
b

Themenübersicht zum Tierethik – Blog > hier

Zum Thema Tierrechte > hier