Tierschutzpartei NRW in WDR – Wahlsendung

In NRW gibt es offenbar nur eine Partei, für die der Tierschutz ein ernsthaftes Thema ist: die Tierschutzpartei. Jedenfalls ist das mein Eindruck nach der Sendung, die zur Landtagswahl 2012 in NRW unter dem Titel „Die Chancen der Kleinen“  am 29. April vom WDR ausgestrahlt wurde. Die Tierschutzpartei wies in dieser Sendung mit aufrüttelnden Bildern auf das entsetzliche Tierleid hin, das mit Massentierhaltung, Tierversuche usw. verbunden ist.

Im Rahmen der Sendung kam auch ein Parteienforscher zu Wort. Für ihn war die Tierschutzpartei das typische Beispiel einer „Ein-Thema-Partei“. Doch auch eine solche Partei, selbst wenn sie nicht in den Landtag käme, könne durchaus etwas bewirken, nämlich dass ihr Thema in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird und die großen Parteien hierauf reagieren müssten. Schon dieses Argument zeigt, wie notwendig es ist, dass die Tierschutzpartei aktiv am politischen Leben und vor allem an Wahlen teilnimmt. Tierschutzvereinen ist das nicht möglich. Gerade nach meinen langjährigen Erfahrungen mit Tierschutzvereinen wünsche ich der Tierschutzpartei viel Erfolg bei der Landtagswahl 2012 in NRW.
hb

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Holismus – Ganzheitslehre und Ethik

Wie der Mensch ist auch jedes Tier eine Ganzheit, die mehr ist als nur die Summe ihrer Teile. Diese Erkenntnis folgt aus dem Holismus ( griech. “to holon“, “das Ganze”). Die Ganzheitslehre wurde zwar in allen großen Epochen der Philosophiegeschichte vertreten, aber gerade in letzter Zeit hat der Holismus weit über die Grenzen akademischer Philosophie hinaus immer mehr Anhänger gewonnen. So z. B. verstehen  viele Aktive in der Umweltbewegung Welt und Natur als eine Ganzheit. Hieraus wird die Notwendigkeit hergeleitet, sie auch im Interesse  des Menschen zu schützen. Insofern bietet der Holismus zusätzliche Argumente für eine Ethik , die, wenn sie wirklich allumfassend ist, selbstverständlich auch Tierethik einschließt.

Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Lebewesen und Maschinen besteht darin, dass sie nicht wie Maschinen nur die Summe ihrer Teile sind. Dementsprechend können Tiere zwar zerlegt, aber nicht wieder zusammengefügt werden, denn niemanden ist es bisher gelungen, Totes wiederzubeleben. In diesem Zusammenhang sei an einen Spruch erinnert, der dem Philosophen und geistigen Wegbereiter für Tierrechte, Arthur Schopenhauer , zugeschrieben wird:
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

Warum können sie das nicht? Die Antwort darauf gibt der Holismus: Selbst der kleinste Käfer ist eine Ganzheit und somit mehr als die Summe seiner Körperteile. Andernfalls wäre er vergleichbar mit einer komplizierten Maschine wie sie etwa ein Uhrwerk darstellt..

Tiere waren für den von der Universitätsphilosophie hochgeschätzten Philosophen Descartes solche Maschinen. Damit unterschied er sich in seiner tierverachtenden Einstellung zwar in der Begründung, aber ansonsten kaum von der christlichen Kirche: Diese sah, gestützt auf die Bibel, in den Tieren lediglich seelenlose, zum menschlichen Ge- und Verbrauch bestimmte Geschöpfe, also bloß lebende Sachen. Schon deshalb ist der Holismus auch im Hinblick auf die Tierethik zweifellos ein Fortschritt.

Arthur Schopenhauer hat im Rahmen seiner Philosophie sehr entschieden gegen die Tierverachtung, wie sie etwa bei Descartes und im Christentum zum Ausdruck kommt, Stellung genommen. Obgleich Schopenhauer, genau genommen, keine holistische, sondern eine (ihr ähnliche) monistische Philosophie vertrat, ist es durchaus im Sinne des Holismus und der Tierethik, wenn er feststellte:
Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere kein Fabrikat zu unserem  Gebrauch.
b

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Descartes : Tiere nur Automaten

Wenn man Descartes liest und zum ersten Mal auf dessen Ansicht stößt, Tiere seien Automaten ohne Bewusstsein, ist man erstaunt. Mit dieser Feststellung  beginnt ein Beitrag von Norman Malcolm, Präsident der American Philosophical Association, unter der Überschrift „Gedankenlose Tiere” in der Anthologie „Der Geist der Tiere. Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion”(S. 77f.).

Tierschützer, die sich etwas näher mit Descartes, einem der bedeutendsten Philosophen der Neuzeit, befasst haben, nehmen dessen Ansicht, Tiere seien Automaten, kunstvolle Maschinen  nicht bloß „erstaunt”, sondern geradezu mit Abscheu zur Kenntnis. Descartes hatte mit solchen Behauptungen wesentlich dazu beigetragen, in der Philosophie den Graben zwischen Mensch und Tier weiter zu vertiefen, so dass er bis weit in das 19. Jahrhundert hinein als unüberbrückbar erschien. Erst danach, und zwar vor allem durch Arthur Schopenhauer , begann in dieser Hinsicht ein langsames Umdenken, welches schließlich dazu führte, dass heute in der Philosophie Tierethik ein diskussionswürdiges Thema ist.

In den 150 Jahren nach dem Tod von Descartes, so stellt der o. a. Beitrag fest, sei die Doktrin, Tiere wären Automaten, Gegenstand vieler Kontroversen gewesen. Der Artikel  zitiert dazu Fontaine, der als Beispiel auf die Philosophen und Logiker von Port-Royal  hinwies:

„Sie versetzten Hunden mit vollkommener Gleichgültigkeit Schläge und machten sich lustig über jene, die die Geschöpfe bemitleideten, als hätten sie Schmerz empfunden. Sie sagten, Tiere seien Uhren. Die Schreie, die sie ausstießen, wenn sie geschlagen würden, seien lediglich das Geräusch einer kleinen Feder, die berührt worden sei, der ganze Körper aber sei gefühllos.”

Descartes selbst, so ergänzt der Beitrag, hätte zu derartigen, nicht nur jeden Tierfreund schockierenden Äußerungen bemerkt, dass „meine Ansicht nicht so sehr gegenüber den Tieren grausam, sondern vielmehr nachsichtig gegenüber den  Menschen ist, … weil sie sie (die Menschen) vom Verdacht eines Verbrechens losspricht, wenn sie Tiere essen oder töten”.

Als Tierrechtler ist mir Descartes verständlicherweise nicht sympathisch, aber in seiner Schlussfolgerung muss ich ihm Recht geben: Wenn zwischen Mensch und Tier kein wesentlicher Unterschied bestehen würde, wäre das Essen und Töten von Tieren ein Verbrechen. Da jedoch gerade neuere Forschungen immer deutlicher zeigen, dass die Grenze zwischen Mensch und Tier nur relativ, nicht aber absolut ist, so folgt als Umkehrschluss aus dem Descartes – Zitat: Essen und Töten von Tieren ist ein Verbrechen! Zugegeben, ein für viele Fleischesser sehr unbequemes Ergebnis, doch Wahrheiten sind selten bequem, oft sogar schockierend.
B

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Veganismus : Tierschutz und Menschenschutz

Veganismus , also Verzicht auf alle Tierprodukte, ist der konsequenteste und daher überzeugendste Tierschutz. Aber nicht nur das: Die vegane Lebensweise ist, was oft übersehen wird, auch ein Beitrag zum Menschenschutz.

Wie sehr der Veganismus die globale Zukunft der Menschen sichern kann,  kam in einem Kommentar in der “Berliner Zeitung”(24./25.03.12) zum Ausdruck. Dort wurde darauf hingewiesen, dass Massentierhaltung mehr Treibhausgase produziert als Transport und Verkehr zusammen. Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch sind 13 kg Getreide und 30 kg Grünfutter erforderlich. Dazu werden 43 000 Liter Wasser verbraucht! Gerade der mit der Fleischerzeugung verbundene gewaltige Wasserverbrauch ist höchst alarmierend, denn der in vielen Teilen der Welt zunehmende Wassermangel führt immer schneller zur globalen Katastrophe.

Für diese verhängnisvolle Entwicklung sind die Fleischkonsumenten in erheblichem Maße mitverantwortlich! Übrigens, obiger Artikel trägt die Überschrift “Weniger Fleisch”. Diese Aufforderung deutet zwar in die richtige Richtung, ist aber keineswegs ausreichend. Wenn ich mit Leuten über dieses Thema spreche, behaupten sie fast alle, weniger Fleisch zu essen. Mag sein, dass sie etwas weniger als vorher Fleisch konsumieren, doch es ist immer noch viel zu viel. Abgesehen davon, dass auch wenig Fleischessen viel Tierleid bedeutet.

Genau genommen, geht es hier nicht allein um Fleischessen. Mit der Fleischproduktion steht die Erzeugung anderer Tierprodukte (Milch, Käse, Eier, Leder usw.) in engstem ökonomischen Zusammenhang. So trägt auch der ansonsten vegetarisch lebende Milchtrinker zur Verbilligung der Fleischerzeugung bei und ist so für die tierquälerische Massentierhaltung kaum weniger verantwortlich als der Nichtvegetarier. Viele mögen es als bloße Illusion und weltfremde Utopie  bezeichnen, aber es ist eine Wahrheit: Allein der Veganismus bietet den besten Schutz für Tier und Mensch.
B

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