Philosophie : Menschen und andere Tiere

Die vermeintliche Rechtlosigkeit der Tiere, der Wahn, dass unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedeutung sei, … ist eine geradezu empörende Rohheit und Barbarei …  In der Philosophie beruht sie auf der aller Evidenz (völligen Klarheit) zum Trotz angenommenen gänzlichen Verschiedenheit von Mensch und Tier …

Arthur Schopenhauer schrieb diese, zu seiner Zeit höchst erstaunlichen Worte in seiner “Preisschrift über die Grundlage der Moral”. Obwohl seitdem mehr als 150 Jahre vergangen sind, ist das von Schopenhauer aufgeworfene Thema, nämlich die Beziehung des Menschen zum (anderen) Tier, auch heute noch in der Diskussion, ja in der Philosophie ist es, wie zahlreiche Veröffentlichungen zur Tierethik zeigen, aktueller denn je:

So erschien in “Spektrum der Wissenschaft” (2/12) ein Sonderheft mit dem Titel “Die größten Rätsel der Wissenschaft”. Eines der Beiträge lautet “Das Verhältnis von Mensch und Tier”. Sein Verfasser, Albert Newen, Professor der Philosophie, geht dort der Frage nach: “Sind Geist und Intelligenz dem Menschen vorbehalten und rechtfertigen sie die Sonderstellung, die Philosophen  ihm zugewiesen haben?” Jedoch schon unter der Überschrift gibt der Verfasser hierzu eine erste Antwort, indem er darauf hinweist, dass “neuere Erkenntnisse der Verhaltens- und Hirnforschung diese  Abgrenzung (des Menschen vom Tier) in Frage” stellen. 

In dem Beitrag wird festgestellt, dass zu solchen “anspruchsvollen kognitiven Leistungen” wie Sprache, Vernunft, Bewusstsein, Selbsterkenntnis und Gebrauch von Werkzeugen nicht nur der Mensch fähig sei. Auch viele Tierarten würden “zumindest rudimentäre Vorformen dieser Qualitäten” zeigen. Da nicht nur der Mensch über Geist und Intelligenz verfüge, hätte er seine bisherige Alleinstellung verloren. So entstand ein neues Bild des Menschen, das “eher auf die graduellen (!) Unterschiede” verweise. Damit dürfte, wie ich meine, die bereits von Schopenhauer entschieden abgelehnte Auffassung, Mensch und Tier seien gänzlich verschieden, nun noch unhaltbarer geworden sein.

Der Verfasser schließt seinen o. a. Beitrag mit der bemerkenswerten Feststellung: 

“Die Entthronung des Menschen als angeblich einziges Wesen, das über Geist und Intelligenz verfügt, bietet zugleich eine Chance, unser Verhältnis zu Tieren neu zu bestimmen.”  Wird diese “Chance” aber wirklich wahrgenommen? Bisher leider nicht! Nach wie vor sind die Tiere völlig rechtlos und somit mehr oder weniger nur Sachen. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Gesellschaft in absehbarer Zeit ernsthaft bereit sein wird, die vollen Konsequenzen aus den dargelegten Erkenntnissen zu ziehen, denn das wäre das Ende der Tierversuche, Schlachthäuser und der vielen anderen scheußlichen Formen von Tierausbeutung. Dennoch glaube ich, dass der besprochene Beitrag von Wert ist, denn er deutet in die richtige Richtung und lässt so hoffen, dass das Verhältnis von Mensch und Tier sich zu wandeln beginnt, und zwar im Sinne einer Ethik, welche anerkennt, dass auch Tieren Würde und Rechte zustehen.
hb

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Jagd – Triebbefriedigung oder Umweltschutz ?

„ Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf.“ Dieses Zitat, das von Theodor Heuss, dem ersten deutschen Bundespräsidenten, stammen soll, habe ich auf den Anti-Jagd-Demos, die vor einigen Jahren in Berlin stattfanden, besonders oft gehört und gelesen.

Selbstverständlich wenden sich die Jäger ganz entschieden dagegen, ihr „edles Waidwerk“ als „Mord“, als bloße Triebbefriedigung anzusehen. Im Gegenteil, sie behaupten Jagd sei Umweltschutz. Das mag vielleicht in einigen wenigen Fällen, in denen z. B. Förster durch Jagd „regulierend“ eingreifen, zutreffen. Doch ansonsten dürften Jäger eine ganz andere Motivation für ihr blutiges „Hobby“ haben:

Die Jagd gehört zu den ältesten Arten der menschlichen Nahrungsbeschaffung. In den frühen Sammler- und Jägerkulturen hatten die Menschen ein respektvolles Verhältnis zum Tier, und zwar auch dann, wenn sie zu ihrer Nahrung Tiere erlegten. Mussten sie ein Tier töten, so versuchten sie, durch religiöse Entsühnungszeremonien sich von ihrer Schuld zu reinigen, in denen sie z. B. die Schutzgötter der Tiere um Entschuldigung baten. 

Später hatten sie ein solches schlechtes Gewissen kaum noch. Eine der wichtigsten Gründe hierfür war das im Abendland seit dem frühen Mittelalter herrschende Christentum, welches im Tier mehr oder weniger nur ein seelenloses, von Gott zum Gebrauch des Menschen geschaffenes Wesen sah und mitunter auch heute noch sieht. Nun konnte der  Mensch seine Jagd religiös legitimiert und damit frei von irgendwelchen Skrupeln ausüben. Die Jagd diente immer weniger zum Nahrungserwerb und wurde  immer mehr zum Hobby, zum Zeitvertreib, und zwar erst für den privilegierten Adel und nach fortschreitender Demokratisierung auch für andere soziale Schichten.

Doch was treibt diese Menschen zur Jagd? Das Wort „treibt“ erklärt es eigentlich schon, nämlich ein Trieb : der Jagdtrieb. Dieser, Trieb, der in vielen Menschen zutiefst als Erbe aus archaischen Zeiten verwurzelt ist, will befriedigt werden! Für ihre Triebbefriedigung geben die Jäger viel Geld aus, wozu sie kaum bereit wären, wenn es allein um Umweltschutz ginge.

So ist der Umweltschutz – vielleicht von Ausnahmen abgesehen – nicht das wahre Motiv für die Jagd. Für die ethische Bewertung der Jagd kommt es jedoch auf das Motiv an. Wenn Tiere bei der Jagd getötet werden, ihnen großes Leid zugefügt wird, und zwar nur zur Triebbefriedigung der Jäger, so hat das mit Ethik und vor allem mit Tierethik nichts zu tun. Es ist das Gegenteil von Ethik. Keine Frage, die Jagdgegner haben vielleicht nicht immer das Gesetz, aber auf jeden Fall die Ethik auf ihrer Seite!
hb

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Tierpsychologie und Tierrechte

Keine Wissenschaft liefert für Tierrechte derart überzeugende Argumente wie die Tierpsychologie. Obwohl noch eine junge Wissenschaft, hat die Tierpsychologie  durch ihre naturwissenschaftlich fundierten Erkenntnisse das durch Kirche und herkömmliche Wissenschaft  vermittelte Bild von den Tieren als seelenlose Wesen  bzw. lebende Automaten grundsätzlich in Frage gestellt.

Tierpsychologie , so erklärt das “Philosophische Wörterbuch” (21. Aufl., Stuttgart 1982, S. 697 f.), sei “die Wissenschaft vom Seelenleben der Tiere; sie ist nur möglich durch eine psychologische, nach Analogien zum menschlichen Seelenleben und dessen Ausdrucksformen forschende Deutung des Verhaltens der Tiere”.

In diesem Zusammenhang wird dort darauf hingewiesen, dass sich schon durch Montaigne, den französischen Materialismus, die deutsche  Aufklärung, durch Brehm, Häckel ein neues, grundlegend anderes Verständnis für Tiere herausbildete. Man fand “keinen oder höchstens einen gradweisen Unterschied zwischen Menschen- und Tierseele, oft sogar zugunsten dieser”.

So setzte sich immer mehr die Erkenntnis durch: “ Das Tier ist kein Automat, es handelt bewußt …  Ähnlichkeit zwischen menschlichem und tierischem Seelenleben besteht in der Sphäre der Triebe und Gefühle. Höhere Tiere scheinen das emotionale Verhalten des Menschen insbesondere, wenn durch die Sprache ausgedrückt und liebvoll auf sie gerichtet, irgendwie zu ` verstehen ` „.

Diese Erkenntnisse aus der Tierpsychologie,  die übrigens bereits Arthur Schopenhauer in seinen Schriften klar und philosophisch sehr tief begründet zum Ausdruck brachte, sind keineswegs nur von theoretischer Bedeutung. Die Forderung nach Tierrechten ist daraus die praktische und notwendige Konsequenz.

Gerechtigkeit war schon für den altgriechischen Philosophen Platon die Summe aller Tugenden. Das Gebot der Gerechtigkeit erfordert: Wesen, die ähnlich sind, sollten auch ähnliche Rechte haben. Die Wirklichkeit ist aber völlig anders: Obwohl die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier inzwischen weitgehend anerkannt wird, haben die Menschen gegenüber dem Tier grundsätzlich alle Rechte, wogegen den Tieren sogar das elementarste Recht, nämlich das auf Leben und Gesundheit, verweigert wird. Daran hat sich bisher trotz aller Erkenntnisse der Tierspsychologie grundsätzlich nichts geändert. Die Tierpsychologie kann beim Kampf um Tierrechte argumentativ helfen, aber ihn selbst nicht ersetzen. So muss dieser Kampf, der ein Kampf für eine gerechtere Welt ist, weitergehen!  
hb

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Holismus – Ganzheitslehre und Ethik

Wie der Mensch ist auch jedes Tier eine Ganzheit, die mehr ist als nur die Summe ihrer Teile. Diese Erkenntnis folgt aus dem Holismus ( griech. “to holon“, “das Ganze”). Die Ganzheitslehre wurde zwar in allen großen Epochen der Philosophiegeschichte vertreten, aber gerade in letzter Zeit hat der Holismus weit über die Grenzen akademischer Philosophie hinaus immer mehr Anhänger gewonnen. So z. B. verstehen  viele Aktive in der Umweltbewegung Welt und Natur als eine Ganzheit. Hieraus wird die Notwendigkeit hergeleitet, sie auch im Interesse  des Menschen zu schützen. Insofern bietet der Holismus zusätzliche Argumente für eine Ethik , die, wenn sie wirklich allumfassend ist, selbstverständlich auch Tierethik einschließt.

Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Lebewesen und Maschinen besteht darin, dass sie nicht wie Maschinen nur die Summe ihrer Teile sind. Dementsprechend können Tiere zwar zerlegt, aber nicht wieder zusammengefügt werden, denn niemanden ist es bisher gelungen, Totes wiederzubeleben. In diesem Zusammenhang sei an einen Spruch erinnert, der dem Philosophen und geistigen Wegbereiter für Tierrechte, Arthur Schopenhauer , zugeschrieben wird:
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

Warum können sie das nicht? Die Antwort darauf gibt der Holismus: Selbst der kleinste Käfer ist eine Ganzheit und somit mehr als die Summe seiner Körperteile. Andernfalls wäre er vergleichbar mit einer komplizierten Maschine wie sie etwa ein Uhrwerk darstellt..

Tiere waren für den von der Universitätsphilosophie hochgeschätzten Philosophen Descartes solche Maschinen. Damit unterschied er sich in seiner tierverachtenden Einstellung zwar in der Begründung, aber ansonsten kaum von der christlichen Kirche: Diese sah, gestützt auf die Bibel, in den Tieren lediglich seelenlose, zum menschlichen Ge- und Verbrauch bestimmte Geschöpfe, also bloß lebende Sachen. Schon deshalb ist der Holismus auch im Hinblick auf die Tierethik zweifellos ein Fortschritt.

Arthur Schopenhauer hat im Rahmen seiner Philosophie sehr entschieden gegen die Tierverachtung, wie sie etwa bei Descartes und im Christentum zum Ausdruck kommt, Stellung genommen. Obgleich Schopenhauer, genau genommen, keine holistische, sondern eine (ihr ähnliche) monistische Philosophie vertrat, ist es durchaus im Sinne des Holismus und der Tierethik, wenn er feststellte:
Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere kein Fabrikat zu unserem  Gebrauch.
b

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Descartes : Tiere nur Automaten

Wenn man Descartes liest und zum ersten Mal auf dessen Ansicht stößt, Tiere seien Automaten ohne Bewusstsein, ist man erstaunt. Mit dieser Feststellung  beginnt ein Beitrag von Norman Malcolm, Präsident der American Philosophical Association, unter der Überschrift „Gedankenlose Tiere” in der Anthologie „Der Geist der Tiere. Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion”(S. 77f.).

Tierschützer, die sich etwas näher mit Descartes, einem der bedeutendsten Philosophen der Neuzeit, befasst haben, nehmen dessen Ansicht, Tiere seien Automaten, kunstvolle Maschinen  nicht bloß „erstaunt”, sondern geradezu mit Abscheu zur Kenntnis. Descartes hatte mit solchen Behauptungen wesentlich dazu beigetragen, in der Philosophie den Graben zwischen Mensch und Tier weiter zu vertiefen, so dass er bis weit in das 19. Jahrhundert hinein als unüberbrückbar erschien. Erst danach, und zwar vor allem durch Arthur Schopenhauer , begann in dieser Hinsicht ein langsames Umdenken, welches schließlich dazu führte, dass heute in der Philosophie Tierethik ein diskussionswürdiges Thema ist.

In den 150 Jahren nach dem Tod von Descartes, so stellt der o. a. Beitrag fest, sei die Doktrin, Tiere wären Automaten, Gegenstand vieler Kontroversen gewesen. Der Artikel  zitiert dazu Fontaine, der als Beispiel auf die Philosophen und Logiker von Port-Royal  hinwies:

„Sie versetzten Hunden mit vollkommener Gleichgültigkeit Schläge und machten sich lustig über jene, die die Geschöpfe bemitleideten, als hätten sie Schmerz empfunden. Sie sagten, Tiere seien Uhren. Die Schreie, die sie ausstießen, wenn sie geschlagen würden, seien lediglich das Geräusch einer kleinen Feder, die berührt worden sei, der ganze Körper aber sei gefühllos.”

Descartes selbst, so ergänzt der Beitrag, hätte zu derartigen, nicht nur jeden Tierfreund schockierenden Äußerungen bemerkt, dass „meine Ansicht nicht so sehr gegenüber den Tieren grausam, sondern vielmehr nachsichtig gegenüber den  Menschen ist, … weil sie sie (die Menschen) vom Verdacht eines Verbrechens losspricht, wenn sie Tiere essen oder töten”.

Als Tierrechtler ist mir Descartes verständlicherweise nicht sympathisch, aber in seiner Schlussfolgerung muss ich ihm Recht geben: Wenn zwischen Mensch und Tier kein wesentlicher Unterschied bestehen würde, wäre das Essen und Töten von Tieren ein Verbrechen. Da jedoch gerade neuere Forschungen immer deutlicher zeigen, dass die Grenze zwischen Mensch und Tier nur relativ, nicht aber absolut ist, so folgt als Umkehrschluss aus dem Descartes – Zitat: Essen und Töten von Tieren ist ein Verbrechen! Zugegeben, ein für viele Fleischesser sehr unbequemes Ergebnis, doch Wahrheiten sind selten bequem, oft sogar schockierend.
B

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Veganismus : Tierschutz und Menschenschutz

Veganismus , also Verzicht auf alle Tierprodukte, ist der konsequenteste und daher überzeugendste Tierschutz. Aber nicht nur das: Die vegane Lebensweise ist, was oft übersehen wird, auch ein Beitrag zum Menschenschutz.

Wie sehr der Veganismus die globale Zukunft der Menschen sichern kann,  kam in einem Kommentar in der “Berliner Zeitung”(24./25.03.12) zum Ausdruck. Dort wurde darauf hingewiesen, dass Massentierhaltung mehr Treibhausgase produziert als Transport und Verkehr zusammen. Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch sind 13 kg Getreide und 30 kg Grünfutter erforderlich. Dazu werden 43 000 Liter Wasser verbraucht! Gerade der mit der Fleischerzeugung verbundene gewaltige Wasserverbrauch ist höchst alarmierend, denn der in vielen Teilen der Welt zunehmende Wassermangel führt immer schneller zur globalen Katastrophe.

Für diese verhängnisvolle Entwicklung sind die Fleischkonsumenten in erheblichem Maße mitverantwortlich! Übrigens, obiger Artikel trägt die Überschrift “Weniger Fleisch”. Diese Aufforderung deutet zwar in die richtige Richtung, ist aber keineswegs ausreichend. Wenn ich mit Leuten über dieses Thema spreche, behaupten sie fast alle, weniger Fleisch zu essen. Mag sein, dass sie etwas weniger als vorher Fleisch konsumieren, doch es ist immer noch viel zu viel. Abgesehen davon, dass auch wenig Fleischessen viel Tierleid bedeutet.

Genau genommen, geht es hier nicht allein um Fleischessen. Mit der Fleischproduktion steht die Erzeugung anderer Tierprodukte (Milch, Käse, Eier, Leder usw.) in engstem ökonomischen Zusammenhang. So trägt auch der ansonsten vegetarisch lebende Milchtrinker zur Verbilligung der Fleischerzeugung bei und ist so für die tierquälerische Massentierhaltung kaum weniger verantwortlich als der Nichtvegetarier. Viele mögen es als bloße Illusion und weltfremde Utopie  bezeichnen, aber es ist eine Wahrheit: Allein der Veganismus bietet den besten Schutz für Tier und Mensch.
B

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Tierschutzpartei : Saarland – Landtagswahl 2012

Bei der Landtagswahl im Saarland war die Tierschutzpartei 2012 leider nicht dabei. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil der Landesvorsitzende der Tierschutzpartei im Saarland zugleich Bundesvorsitzender dieser Partei ist. Sicherlich ist dessen Arbeitsbelastung durch beide Parteifunktionen erheblich, aber dennoch darf dabei die Tierschutzpartei auch im Saarland keinesfalls zurückstehen, denn von den Erfolgen auf Landesebene hängt der Gesamterfolg der Partei ab.

Besonders auffallend ist das gute Wahlergebnis für die Piratenpartei. Diese erreichte 7,4% und kommt damit – wie vorher in Berlin – nunmehr auch im Saarland ins Landesparlament. Den Piraten ist es offenbar gelungen, eine erhebliche Zahl von Protestwählern für sich zu gewinnen. Die Tierschutzpartei dürfte somit wenig Chancen haben, sich  neben den Grünen und Piraten als dritte Protestpartei zu etablieren.

Trotzdem sollten sich die Mitglieder und  bisherigen Wähler der Tierschutzpartei dadurch nicht entmutigen lassen!  Vor allem aber die Parteiführung muss sich nun die Konsequenzen überlegen. Da sie kaum noch mit bloßen Protestwählern rechnen kann, liegen ihre Chancen nur auf dem Gebiet, wo sie im Vergleich zu den konkurrierenden Parteien die weitaus größte Kompetenz und das überzeugendste Programm hat, nämlich den Tierschutz. So muss der Tierschutz eindeutig im Vordergrund aller Arbeit dieser Partei stehen und das dem Wähler immer wieder klar vermittelt werden.

Alle Wähler, denen die Tiere am Herzen liegen, müssen wissen: Nicht Grüne und Piraten, sondern nur die Tierschutzpartei setzt sich  konsequent für Tiere ein. Dementsprechend sollte die Tierschutzpartei vor allem den Tierschutz und weniger andere Ziele in den Vordergrund stellen, für welche die Wähler ohnehin nicht die Tierschutzpartei, sondern andere Parteien wählen. Also: Nur durch Konzentration auf den Tierschutz sehe ich weiterhin für die Tierschutzpartei eine positive Zukunft, und zwar auch im Saarland!
b

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